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Dies kann auf verschiedene Arten geschehen, jeweils abgestimmt auf die Bedürfnisse des Kindes und die Möglichkeiten der Eltern. Sie sind so individuell gestaltbar wie die Hörbeeinträchtigung selbst. Manche Eltern oder Erziehungsberechtigte begleiten konsequent alles, was sie aussprechen, mit der ELS, andere begrenzen die Verwendung der ELS auf gewisse Momente des Tages (z. B. wenn das Kind die Hörgeräte noch nicht / nicht mehr trägt, wie beim Aufstehen oder Ins-Bett-gehen oder beim Hausaufgabenmachen). Wiederum andere verwenden die ELS nur bei der Einführung neuer Begriffe oder auf Verlangen der Kinder selbst. Dasselbe gilt für die hörenden Geschwister, die erweiterte Familie, später Freunde und Kollegen. Es gibt definitiv keine Regel. Besprechen Sie einfach die verschiedenen Möglichkeiten mit einer/m EKD (ELS-Kodier-DolmetscherIn) oder einem EdLS-Team-Mitglied.

28. juni 2019 / Team EdLS

Wir würden lügen, wenn wir sagen würden „egal wann“. Auch hier gilt, was sich schon mehr als x-mal bewahrheitet hat: je früher, desto besser. Alles, was man als Kind gelernt hat, und am besten durch Immersion, lernt man mit dem wenigsten Aufwand und am dauerhaftesten. So sind die Kinder schon im frühen Schulalter bestens „gestiefelt und gespornt“, um dem Lernpensum entgegentreten zu können. Für ein Kleinkind kann man dies spielerisch und natürlich gestalten. Je später, desto bewusster muss das Kind an die Sache herangeführt werden. Aber nichts ist unmöglich, es ist Teil des Berufs eines/einer EKD (ELS-Kodier-DolmetscherIn), den Kindern/Schülern den Kode zugänglich zu machen. Dennoch: Eine möglichst frühe Zusammenarbeit mit den Eltern spart kostbare Zeit und Energie. Kontaktieren Sie uns, wir definieren mit Ihnen gemeinsam, was den Bedürfnissen Ihres Kindes am besten entgegenkommt.

Kodierende Eltern, eine kodierende Familie, ein kodierendes Umfeld erleichtern natürlich den Einstieg und die Verbesserung, und zwar nicht nur dem Kind beim Dekodieren, sondern den genannten Menschen bei der Kommunikation mit diesem Kind/Schüler.

28. Juni 2019 / Team EdLS

In der Regel wird dies im Netzgespräch (je nach Region auch Standort-Gespräch oder anders genannt) behandelt. Je nach Verwendung der ELS im Vorfeld, dem De-kodier-Niveau des Schülers und den Bedürfnissen in der Schule stellt der IHD (Integrations-Hilfs-Dienst) den Antrag beim Kanton oder später für den Lehrling oder Gymnasiasten bei der IV, die diese Massnahme in der Regel für mindestens ein Schuljahr bewilligen bzw. dann zahlen.

Es kann aber auch eine Anfrage an die Stiftung A Capella gerichtet werden, die dann die erforderlichen Schritte unternimmt.

28. Juni 2019 / Team EdLS

Eine Antwort auf diese Frage wird im Netzgespräch mit allen Personen (Lehrperson, Fachleute, Eltern), die mit dem Schüler zu tun haben, erarbeitet. Später äussert sich dann der Schüler auch selbst dazu: z. B. Schulstunden, in denen die Lehrperson sich viel in der Klasse bewegt, bei einer Lehrperson, die ein schlecht zu sehendes Mundbild aufgrund eines Schnurrbarts hat, bei einer Lehrperson, die sehr schnell spricht oder einen ausländischen Akzent hat, usw. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Anwesenheit einer/s EKD soll effektiv sein und Sinn für den Sprachaufbau, die Sprachvermittlung und die Wissensübermittlung machen.

Der Tagesablauf kann ebenfalls ein Kriterium sein (langer Schultag oder Abfolge von lautsprachlichen Fächern und/oder „ex cathedra“-Unterricht).

28. Juni 2019 / Team EdLS

Nein, ist sie nicht. Ein hörbeeinträchtigter Schüler wird sich im Vergleich zu seinen Kameraden, die im vollen Besitz ihrer Sinne sind, oft in einer benachteiligenden Situation befinden. Es geht darum, den Nachteil so gering wie möglich zu halten und möglichst grosse Chancengleichheit herzustellen. Wir möchten an dieser Stelle zwei Vorurteilen vorbeugen: Manche Noch-nicht-Eingeweihte der ELS haben den Eindruck, dass z. B. während eines Diktats der hörbeeinträchtigte Schüler durch die Arbeit der EKD über mehr Informationen verfügt als seine hörenden Kameraden: dies ist ein Irrglaube. Ein Schüler, der die ELS dekodiert, muss dennoch selbst herausfinden welches der Worte „Waage“, „wage“ oder „vage“ nun gemeint ist (denn da gleich ausgesprochen, werden sie auch gleich kodiert) und welche Rechtschreibung korrekt ist. Oder wie steht es bei „Biss“, „biss“ und „bis“? Die ELS gibt Zugang zur Lautung eines Wortes, erlaubt dessen genaue tonmässige Wahrnehmung, hilft aber nicht direkt bei dessen Schreibung. Des Weiteren könnten Aussenstehende meinen, ein(e) EKD könnte durch sein/ihr stilles Arbeiten dem hörbeeinträchtigten Schüler Zusatzinformationen zukommen lassen, um ihm damit zu besseren Noten zu verhelfen. Auch dies ist falsch: Jede(r) EKD unterliegt einer strengen Berufsethik, an die er/sie sich im Interesse des Schülers und auch im eigenen Interesse, halten muss. Dazu gehört unter anderem auch, dass er/sie ausschliesslich Gehörtes mithilfe der ELS weitergibt, und auch die Schweigepflicht.

28. Juni 2019 / Team EdLS