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JA, und nicht nur das, sogar Ihren Akzent. Er hat seinen Platz und seine Berechtigung mit der ELS.

Sie müssen dabei nicht etwas Spezielles lernen. Sie lernen kodieren und kodieren dann einfach, was und wie Sie sprechen.

Sowohl die sogenannte „Hochsprache“ als auch Dialekte, Regiolekte, Akzente bestehen „nur“ aus Lauten. Sie unterscheiden sich durch Wortschatz, Grammatik und Prosodie (Sprechgeschwindigkeit, Sprechmelodie), aber es bleiben eben Laute, die „einfach“ aneinandergereiht ausgesprochen werden. Laute werden zu Silben, Silben zu Wörtern, Wörter zu Sätzen, Sätze zu Kommunikation. Dank der ELS können Sie all dies kodieren (also sichtbar machen) und Ihrem Kind Ihre Sprache vorleben und weitergeben. Ob es „Hallo“ heisst oder „Grüezi“, ob Sie „Sali“ sagen oder „Hoi“, „Daag“ oder „Guete Tag“, mit der ELS sind hörbeeinträchtigte Kinder nicht mehr auf „nur“ die Hochsprache begrenzt, sondern die Welt der Dialekte und Akzente steht Ihnen ebenfalls offen. Es gibt zwei Laute, die in der deutschen Standardsprache nicht vorkommen, wohl aber in den alemannischen Dialekten (und in Österreich), dies sind das sogenannte „dunkle a“ und das „überoffene e“. Aber auch diese beiden Laute haben ihre Positionen in der ELS. Und was das Schöne an der Sache ist: Diese beiden Laute gehören auch zum Lautinventar des Englischen, was bedeutet, Ihr Kind hätte sie somit schon Dank des Dialektes integriert und auf diese Weise dieselbe Ausgangslage wie seine Klassenkameraden, sobald es mit dieser Fremdsprache in der Schule losgeht!

29. Juni 2019 / Team EdLS

Sie können selbstverständlich mit Ihrem Kind in der Hochsprache kommunizieren. Es kommt ganz darauf an, in welcher Sprache Sie sich am wohlsten fühlen und welche Sprache Sie für Ihr Kind als sinnvoll erachten.

Ihre Sprache ist meist die beste für Ihr Kind. Diese Sprache birgt, im Austausch, die meisten Emotionen. Der Dialekt wurde in den 90er Jahren endgültig ein Anspruch der Eltern, auch für ihre besonderen Kinder.

Ein hörbeeinträchtigtes Kind hat ja keine eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten. Sie können Ihr Kind sowohl mit der deutschen Hochsprache als auch mit Dialekt aufziehen. Wichtig ist ein sinnvolles und durchführbares Projekt mit kompetenten und konsequenten Sprachvorbildern für das Kind, sie werden meist Referenten genannt.

Möchten Sie, dass Ihr Kind schnell und leicht Anschluss in der Kinderkrippe findet und mit Seinesgleichen kommunizieren kann? Dann wäre die Sprache seiner Umgebung (also seiner Spielkameraden) zu empfehlen. Sprechen die beiden Erziehungsbeauftragten zwei verschiedene Sprachen? Dann kann mit der ELS auch diesem Umstand Rechnung getragen werden. Ein hörbeeinträchtigtes Kind kann, wie auch hörende Kinder, oft zweisprachig aufwachsen, solange es diese Sprachen denn auch „sehen“, also in seiner Globalität wahrnehmen kann. Wichtig dabei ist kontinuierliche und korrekte Anwendung.

29. Juni 2019 / Team EdLS

Die ELS gibt es für viele Sprachen und all ihre Dialekte und Ausspracheweisen, z. B. hier in Europa für Englisch (die Sprache in der und für die sie ursprünglich erfunden wurde: Cued Speech - CS), für Französisch (Langue Parlée Complétée - LPC), für Spanisch (Palabra Complementada), Portugiesisch (Falado Complementado), Finnisch (Vinkkipuhe), um nur ein paar zu nennen, aber auch für afrikanische, persische, chinesische Sprachen gibt es eine ELS. Siehe https://dailycues.com/

Jede Sprache, die gesprochen wird, ist theoretisch auch kodierbar, es muss sich nur jemand finden, der diese Sprache und deren Laute untersucht und die verschiedenen Positionen und Handformen festlegt.

29. Juni 2019 / Team EdLS

Nein. Mit dem Fingeralphabet werden Wörter mit den Fingern einer Hand „in die Luft“ buchstabiert. Aber wir sprechen ja nicht, indem wir jeden Buchstaben einzeln aussprechen, sondern wir reihen die Laute aneinander. Wenn wir nun die Lautsprache mit der ELS ergänzen, sprechen wir ja in normaler Sprechgeschwindigkeit, ohne die Buchstaben einzeln zu nennen. Ein konkretes Beispiel wäre „Giraffe“: Mit dem Fingeralphabet sieht man, wie man es schreibt: G-I-R-A-F-F-E (ausgesprochen mit den „Namen“ der Buchstaben: ge-i-er-a-ef-ef-e). Aber so spricht man ja nicht. Und man hört das Wort auch nicht so. Mit der ELS sieht das Kind, wie man es spricht. Ein Kind muss dieses Wort (wie alle anderen auch) irgendwann lesen lernen, braucht aber vorher ein klares „Ton-Bild“ davon. Das Wort wird mit der korrekten Silbentrennung in der Aussprache gesprochen/kodiert, aber natürlich fliessend, damit das Kind es erkennen und nachsprechen, und den Sinn erfassen, später wiedererkennen kann (eine Giraffe ist ja keine Affenart, sondern das Tier mit dem langen Hals). Ein anderes sehr für sich sprechendes Beispiel wäre die berühmte „Blumentopferde“, die ja keine Pferderasse ist, sondern … (ja genau, wir haben uns also verstanden). Dafür ist die (natürliche) Silbentrennung und Betonung in der Aussprache so wichtig. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal des Fingeralphabets und der ELS ist, dass bei der Verwendung des Fingeralphabets der Verwender die Hand-Innenfläche zeigt, bei der ELS wird immer der Handrücken zum De-Kodierenden gerichtet. Das Fingeralphabet hat seinen festen Platz in der Gebärdensprache, es wird in der Regel gebraucht, um neue Wörter und Namen einzuführen. Aber seine Verwendung macht erst dann Sinn, wenn man schon lesen kann.

29. Juni 2019 / Team EdLS